{"id":590,"date":"2022-01-21T12:50:19","date_gmt":"2022-01-21T11:50:19","guid":{"rendered":"https:\/\/alfredreiter.com\/?p=590"},"modified":"2022-01-21T12:50:19","modified_gmt":"2022-01-21T11:50:19","slug":"vereenigde-oostindische-compagnie-die-niederlaendische-ost-indien-company","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alfredreiter.com\/?p=590","title":{"rendered":"de Vereenigde Oostindische Compagnie \/  die Niederl\u00e4ndische Ost-Indien-Company"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-587\" src=\"https:\/\/alfredreiter.com\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/hbVFqc25Uc3s8djbZUVKrNgUAakMneJaUidogqe4-300x225.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/p>\n<p>Die Niederl\u00e4ndische Ost-Indien-Company<strong> (Vereenigde Oostindische Compagnie = VOC<\/strong> <strong>)<\/strong> war eine der bemerkenswertesten wirtschaftlichen Unternehmungen der gesamten Weltgeschichte.\u00a0 Der 20. M\u00e4rz 1620 sollte zu einem der wichtigsten Tage in der Geschichte der Niederlande werden &#8211; da schlossen sich holl\u00e4ndische Kaufleute zusammen um die St\u00e4rke ihrer <strong>Handelsbeziehungen auf den Meeren<\/strong> zu erh\u00f6hen. Vom niederl\u00e4ndischen Staat erhielt die Gesellschaft von Anfang an<strong> Hoheitsrechte in Landerwerb, Kriegsf\u00fchrung und Festungsbau<\/strong>. Zum Schutz ihrer Aktivit\u00e4ten unterhielt die Gesellschaft umfangreiche Armeen.\u00a0 Die VOC\u00a0 wurde<strong> die gr\u00f6\u00dfte Handelsunternehmung des 17. und 18. Jahrhunderts<\/strong> und hatte ihre <strong>Hauptsitze in Amsterdam und Middelburg.<\/strong> Die wichtigste Niederlassung in \u00dcbersee befand sich in <strong>Batavia auf Java<\/strong>. Man unterhielt auch Niederlassungen in <strong>Nagasaki, in Persien, Bengalen,<\/strong> auf der Insel<strong> Ceylon<\/strong> sowie in<strong> Kapstadt<\/strong> und <strong>S\u00fcdindien.<\/strong><\/p>\n<p>Der wichtigste Gesch\u00e4ftszweig war der<strong> Gew\u00fcrzhandel von den L\u00e4ndern Hinterindiens nach Europa.<\/strong> Als erstes Unternehmen seiner Art bestand das <strong>Firmeneigentum in Aktien, die von niederl\u00e4ndischen Kaufleuten gezeichnet wurden.<\/strong> Die<strong> Gewinnspannen<\/strong> betrugen in den Jahrzehnten der gr\u00f6\u00dften Erfolge des Unternehmens um die<strong> 1.500% !!!! &#8211;<\/strong> oder anders ausgedr\u00fcckt: die Jahresgewinne machten <strong>94% des Umsatzes aus.<\/strong> M\u00f6glich wurden derartige Ertr\u00e4ge durch die <strong>Monopolposition,<\/strong> die sich die Gesellschaft aufgebaut hatte. Etwa <strong>4.700 Schiffe unter Segel<\/strong> standen im Eigentum der Firma.<\/p>\n<p>In Verfolgung der Gesch\u00e4ftsinteressen kam es immer wieder zu<strong> Eins\u00e4tzen von Truppen der VOC<\/strong> &#8211; besonders in Standorten, an denen die gro\u00dfen Plantagen gelegen waren &#8211; die nicht selten in schlimmen <strong>Massakern an der heimischen Bev\u00f6lkerung<\/strong> endeten. Wie man etwa aus der <strong>Geschichte Balis<\/strong> sehen kann.<\/p>\n<p>Die<strong> Britische East India Company<\/strong> &#8211; nach \u00e4hnliche Prinzipien aufgebaut &#8211; konnte sich gegen die Handels- und Marktst\u00e4rke der holl\u00e4ndischen Company <strong>nicht wirklich durchsetzen<\/strong>. Die Niederl\u00e4nder blieben dominierend. Nach dem Vergleichswert des Goldpreises nach heutigen Gulden transportierte die Firma in den beiden Jahrhunderten ihres Bestehens <strong>Waren im Wert von \u20ac 320.000.000.000<\/strong>\u00a0 \/\u00a0 \u20ac 320 Milliarden\u00a0 zu den sagenhaften Gewinnspannen.<\/p>\n<p>Um die Handelsaktivit\u00e4ten auch auf die<strong> Gebiete jenseits des Atlantiks<\/strong> auszudehnen, wurde als <strong>Schwestergesellschaft die <span lang=\"nl-Latn\">Geoctroyeerde West-Indische Compagnie<\/span> <i>(WIC), &#8211; <\/i><\/strong>die <strong>Niederl\u00e4ndische Westindien Kompanie<\/strong> &#8211; gegr\u00fcndet. Deren Aktivit\u00e4ten lagen in <strong>Amerika<\/strong> und in der <strong>Karibik <\/strong>wie auch in <strong>Westafrika.<\/strong>\u00a0 Auch im <strong>Sklavenhandel<\/strong> war die Gesellschaft stark engagiert und unterhielt nur daf\u00fcr 383 Sklavenschiffe. Als Handelsplatz f\u00fcr die Pelze von Bibern wurde 1626 <strong>New-<\/strong><b>Amsterdam<\/b> durch die Niederl\u00e4ndischen Westindien-Kompanie<strong> auf der S\u00fcdspitze der Insel Manna-hata\u00a0gegr\u00fcndet. <\/strong>60 Gulden zahlte die Gesellschaft f\u00fcr den Landstrich der indianischen Urbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann sich das Blatt f\u00fcr die VOC allm\u00e4hlich zu wenden. Europ\u00e4ische Kunden fragten zunehmend <strong>neue Waren<\/strong> nach &#8211; etwa<strong> Tee, Seide, Porzellan<\/strong> &#8211; bei denen die Firma bei weitem nicht so stark war wie im<strong> bew\u00e4hrten Gew\u00fcrzhandel<\/strong>. Die Rivalit\u00e4t mit <strong>England <\/strong>f\u00fchrte zu <strong>4 Kriegen<\/strong>, die es den holl\u00e4ndischen Handelsschiffen immer schwerer machten, den<strong> \u00c4rmelkanal<\/strong> auf dem Wege zu ihren Heimath\u00e4fen zu durchfahren. Um sich greifende<strong> Korruption<\/strong> zerst\u00f6rte die Firma von innen heraus.\u00a0<strong> Das Ende<\/strong> der East-India-Company kam dann<strong> 1795<\/strong> mit dem<strong> Einmarsch franz\u00f6sischer Truppen in den Niederlanden. <\/strong>Sie hatte fast<strong> 200 Jahre<\/strong> bestanden.<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Noch heute kann man in den St\u00e4dten Hollands viele<strong> alte Patrizierh\u00e4user<\/strong> aus dem 17. und 18. Jahrhundert sehen, die mit den Gewinnen der VOC und der WIC\u00a0 errichtet wurden. Unter den <strong>Stadtkan\u00e4len Amsterdams<\/strong> ist die pr\u00e4chtige<strong> Heerengracht\u00a0 (die Gracht der Herren) der wichtigste<\/strong> und steht in der Bedeutung<strong> klar vor der Prinsengracht und der Keizersgracht.<\/strong> So kann man die Bedeutung des Kaufmannswesen in den alten Niederlanden noch heute vom Stadtbild Amsterdams ablesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Niederl\u00e4ndische Ost-Indien-Company (Vereenigde Oostindische Compagnie = VOC ) war eine der bemerkenswertesten wirtschaftlichen Unternehmungen der gesamten Weltgeschichte.\u00a0 Der 20. M\u00e4rz 1620 sollte zu einem der wichtigsten Tage in der Geschichte der Niederlande werden &#8211; da schlossen sich holl\u00e4ndische Kaufleute zusammen um die St\u00e4rke ihrer Handelsbeziehungen auf den Meeren zu erh\u00f6hen. 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